Biologicals
Zur Behandlung der mittelschweren bis schweren Psoriasis stehen nach einem bestimmten Therapiealgorithmus in erster Linie die sog. klassischen Systemtherapeutika (Fumarate, MTX, Retinoide und Ciclosporin) für die Therapiewahl zur Verfügung. Kommt es hierbei zu keiner Besserung oder bestehen Unverträglichkeiten oder Gegenanzeigen, können die sog. Biologika angewendet werden.
Biologika sind eine Klasse von Medikamenten, die biotechnologisch hergestellt werden und in das immunologische Geschehen im Körper eingreifen können. Sie blockieren vor allem Entzündungsvorgänge, indem sie hauptsächlich als Gegenspieler der so genannten Zytokine wirken. Als Zytokine bezeichnet man entzündungsauslösende oder entzündungssteuernde Botenstoffe, die von den Fresszellen des Immunsystems, den Makrophagen, abgegeben werden. Zu diesen Botenstoffen gehören u.a. der Tumor-Nekrose-Faktor-alpha (TNF-α) und das Interleukin-12/23.
TNF-α-Blocker greifen gezielt in den Entzündungsprozess ein und können ihn zum Erliegen bringen. Die Hauterscheinungen gehen oft innerhalb weniger Wochen zurück. In einigen Fällen verschwinden sie sogar vollständig.
Biologika können bei Patienten ab dem 8. Lebensjahr mit mittelschwerer und schwerer Plaque-Psoriasis eingesetzt werden, wenn herkömmliche Therapien keinen ausreichenden Erfolg gezeigt haben, aus verschiedenen medizinischen Gründen nicht angewendet werden dürfen oder nicht vertragen wurden.
Da es sich bei Biologika um Eiweißstoffe (Proteine) handelt, können sie nicht als Tabletten eingenommen werden. Die Magensäure würde die Wirksubstanz zerstören. Biologika werden daher als Injektion entweder unter die Haut (subkutan) oder vom Arzt als Infusion in die Vene (intravenös) verabreicht.

